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Kultur - 10.06.2019

Food-Fotografie: Das Auge isst mit!

Die Ausstellung „Food for the Eyes“ im C/O Berlin widmet sich der Geschichte des Essens in der Fotografie. Food-Fotografie bildet Essen nicht nur ästhetisch ab, sondern nimmt unterschiedlichste Themen in den Fokus.

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Heiße Hunde

    Diese Aufnahme des Fotografen Martin Parr trägt den Titel „New Brighton, England“. Die hungrigen Sonnenanbeter – in erster Reihe vor allem Sonnenanbeterinnen – suchen Anfang der 1980er Jahre eine Pause vom Sonnenbaden. Wie ginge das besser als mit einem Hot Dog?

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Modenschau der Würste

    Kleider machen Würste! Denn auch die wollen gut angezogen sein. Deshalb kleidet sich die Fleischwurst in einen Schinken-Umhang. Die grotesk anmutenden Bildwelten der „Wurstserie“ des Schweizer Künstlerduos Peter Fischli und David Weiss sind legendär.

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Den Sommer auf dem Teller

    Dieses „Sommer-Stilleben“ hat Wolfgang Tillmans 1995 in Szene gesetzt. Blaubeeren, Kirschen, Trauben, Aprikose… nicht nur ein natürlich gelungener Farbenmix, sondern auch eine Kombination geschmacklicher Noten, die man mit dem Sommer verbindet.

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Saure Angelegenheit

    Mit ihrem Bild „Peluquería“ („Friseursalon“) zwingt die Fotografin Ouka Leele den Betrachter 1979 zum Nachdenken: Ist das einfach nur gelungene Werbeästhetik? Ein nett anzuschauendes Bild, mit dem für Zitronenlimonade geworben wird? Oder saugt sich die nachdenklich dreinschauende Dame mit dem Riesenstrohhalm die „Haare“ vom Kopf?

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Schweinchen zum Vernaschen

    Kleine, rosa Schweine-Küchlein – eine gelungene Darstellung von Vergnügen und Unbehagen zugleich. Sie wirken so süß und appetitlich, gleichzeitig ist etwas Unangenehmes daran, dass sie Schweine sind. To eat or not to eat, das ist hier die Frage, die der britische Fotograf Martin Parr dem Betrachter stellt.

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Ein Strandfoto der anderen Art

    Es ist eben keine elegante Frau, die auf einem Strandtuch liegt und glücklich in die Kamera blickt. Nur ihr gequältes Gesicht wird in einer Sonnenbrille inmitten von entsetzlich hässlichen Überresten am Strand reflektiert. Die US-amerikanische Künstlerin Cindy Sherman möchte keine Klischees bedienen und zeigt, wie krank Erwartungen machen können.

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Der Hunger kennt keine Benimmregeln

    Eine Momentaufnahme, die nicht besonders appetitlich wirkt. Ein Essensgast schaufelt Spaghetti in seinen Mund: Ist es die Dynamik des Alltags oder der unbändige Hunger, der ihn zu so einem Etiketten-Bruch treibt, ist nicht bekannt. Fakt ist: Der Künstler Arthur „Weegee“ Fellig ist berühmt dafür, das Chaos im New York der 1940er Jahre fotografiert zu haben.

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Die feministische Kochshow

    Die Videoinstallation „Semiotik der Küche“ (1975) von Martha Rosler ist eine Parodie auf die damals wachsende Popularität von Kochsendungen im Fernsehen der 1970er Jahre und auf die Vorstellung, dass die Frau in die Küche gehört. Harmlose alltägliche Küchengeräte werden zu bedrohlichen Waffen. Eine Satire, aus der viel Wut und Frustration sprudelt.

    Autorin/Autor: Nikolas Fischer, Rayna Breuer


  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Heiße Hunde

    Diese Aufnahme des Fotografen Martin Parr trägt den Titel „New Brighton, England“. Die hungrigen Sonnenanbeter – in erster Reihe vor allem Sonnenanbeterinnen – suchen Anfang der 1980er Jahre eine Pause vom Sonnenbaden. Wie ginge das besser als mit einem Hot Dog?

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Modenschau der Würste

    Kleider machen Würste! Denn auch die wollen gut angezogen sein. Deshalb kleidet sich die Fleischwurst in einen Schinken-Umhang. Die grotesk anmutenden Bildwelten der „Wurstserie“ des Schweizer Künstlerduos Peter Fischli und David Weiss sind legendär.

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Den Sommer auf dem Teller

    Dieses „Sommer-Stilleben“ hat Wolfgang Tillmans 1995 in Szene gesetzt. Blaubeeren, Kirschen, Trauben, Aprikose… nicht nur ein natürlich gelungener Farbenmix, sondern auch eine Kombination geschmacklicher Noten, die man mit dem Sommer verbindet.

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Saure Angelegenheit

    Mit ihrem Bild „Peluquería“ („Friseursalon“) zwingt die Fotografin Ouka Leele den Betrachter 1979 zum Nachdenken: Ist das einfach nur gelungene Werbeästhetik? Ein nett anzuschauendes Bild, mit dem für Zitronenlimonade geworben wird? Oder saugt sich die nachdenklich dreinschauende Dame mit dem Riesenstrohhalm die „Haare“ vom Kopf?

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Schweinchen zum Vernaschen

    Kleine, rosa Schweine-Küchlein – eine gelungene Darstellung von Vergnügen und Unbehagen zugleich. Sie wirken so süß und appetitlich, gleichzeitig ist etwas Unangenehmes daran, dass sie Schweine sind. To eat or not to eat, das ist hier die Frage, die der britische Fotograf Martin Parr dem Betrachter stellt.

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Ein Strandfoto der anderen Art

    Es ist eben keine elegante Frau, die auf einem Strandtuch liegt und glücklich in die Kamera blickt. Nur ihr gequältes Gesicht wird in einer Sonnenbrille inmitten von entsetzlich hässlichen Überresten am Strand reflektiert. Die US-amerikanische Künstlerin Cindy Sherman möchte keine Klischees bedienen und zeigt, wie krank Erwartungen machen können.

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Der Hunger kennt keine Benimmregeln

    Eine Momentaufnahme, die nicht besonders appetitlich wirkt. Ein Essensgast schaufelt Spaghetti in seinen Mund: Ist es die Dynamik des Alltags oder der unbändige Hunger, der ihn zu so einem Etiketten-Bruch treibt, ist nicht bekannt. Fakt ist: Der Künstler Arthur „Weegee“ Fellig ist berühmt dafür, das Chaos im New York der 1940er Jahre fotografiert zu haben.

  • Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie

    Die feministische Kochshow

    Die Videoinstallation „Semiotik der Küche“ (1975) von Martha Rosler ist eine Parodie auf die damals wachsende Popularität von Kochsendungen im Fernsehen der 1970er Jahre und auf die Vorstellung, dass die Frau in die Küche gehört. Harmlose alltägliche Küchengeräte werden zu bedrohlichen Waffen. Eine Satire, aus der viel Wut und Frustration sprudelt.

    Autorin/Autor: Nikolas Fischer, Rayna Breuer


Die Aufnahme von Nahrungsmitteln ist lebensnotwendig – und im besten Falle alltäglich. Doch Essen ist weit mehr als „nur“ das Grundbedürfnis der Nahrungsaufnahme. Es betrifft das private und das öffentliche Leben. Vielen Eltern ist es bis heute ein Anliegen, ihren Kindern die Bedeutung des gemeinsamen Einnehmens der Mahlzeiten zu vermitteln. Als festes, gültiges Ritual, das dem Verspeisen einer Tiefkühlpizza vor dem Computer vorzuziehen ist.

Religionen und Feierlichkeiten unterschiedlichster Art sind ohne das gemeinsame Essen undenkbar. Essen kann Ausdruck von Wünschen und Fantasien sein. Auf unseren Tellern spiegelt sich der gesellschaftliche Diskurs wider, unsere kulturellen Vorlieben und sozialen Verhältnisse.

Genau das zeigt die Ausstellung „Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie“ im C/O Berlin, einem Ausstellungshaus für Fotografie im Ortsteil Charlottenburg, untergebracht im ehemaligen Kultur- und Informationszentrum der USA. Die Kuratorinnen Susan Bright und Denise Wolff präsentieren Werke bekannter Künstler und Künstlerinnen wie Nobuyoshi Araki, Peter Fischli und David Weiss, Nan Goldin, Rinko Kawauchi, Laura Letinsky, Martin Parr, Irving Penn, Martha Rosler, Cindy Sherman, Stephen Shore und Wolfgang Tillmans. Deren Food-Fotographie nimmt unterschiedlichste Themen in den Blick, so etwa Wohlstand und Armut, Tradition und Ritual, Konsum und Verschwendung, Gender und Rasse, Lust und Ekel.

Wolfgang Tillmans: „Summer Still-life“ (1995)

Von Mode über Werbung bis Fotojournalismus

Die Werkschau blickt auf die Darstellung von Essen in den letzten zwei Jahrhunderten zurück. Dafür ordnet sie die Exponate drei Kapiteln zu: „Stillleben“ zeigt, wie sich Künstler und Künstlerinnen von der Malerei haben inspirieren lassen – so etwa der US-amerikanische Modefotograf Irving Penn, wenn er gefrorene Gemüse- und Obstwürfel arrangiert. „Around the Table“ nimmt die Rituale, Werte und kulturellen Identitäten des gemeinsamen Essens unter die Lupe. Und „Playing with Food“ wählt den spielerischen Ansatz: Wie kann Essen unsere Gegenwart humorvoll reflektieren?

Die „Wurstserie“ des Schweizer Künstlerduos Peter Fischli und David Weiss – sie machen Würste zu Requisiten und verkleiden sie etwa als Models – kommt zum Beispiel eher absurd daher und bringt den Betrachter zum Schmunzeln. Zum Nachdenken wird er durch die Fotografien von Cindy Sherman und Martha Rosler angeregt: Sie hinterfragen das Rollenbild der Frau in der Küche. Die quietschbunten Törtchen des britischen Fotografen Martin Parr wiederum bedienen genussvoll ein britisches Klischee.

Das Thema Essen sinnlich erleben

Die Ausstellung wird durch ein Begleitprogramm ergänzt, das die künstlerischen um kulinarische Genüsse erweitern und erlebbar machen will. Zum Beispiel beim „Breakfast Club“, der einmal im Monat stattfindet und ein Frühstück im C/O Berlin Café mit einer Führung durch die Ausstellung kombiniert. Oder beim Vortrag „Is it only food when you eat it?“ sowie der Performance „Food Massage Salon“ der Eating Designerin Marije Vogelzang. Auch einen Kochabend mit Künstlern und Künstlerinnen der Ausstellung und ein kulinarisches Sommerkino-Programm wird es geben.

Die Ausstellung „Food for the Eyes – Die Geschichte des Essens in der Fotografie“ ist vom 8. Juni bis zum 7. September 2019 im C/O Berlin zu sehen.

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