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Kultur - 05.01.2019

Louvre meldet Besucherrekord

Im vergangenen Jahr haben so viele Menschen wie noch nie den Pariser Louvre besucht. Zum 500. Todestag Leonardo da Vincis zeigt das Museum 2019 eine umfangreiche Ausstellung.

Waren Sie 2018 im Louvre? Dann haben Sie dem weltberühmten Museum in Paris mit zu seinem Besucherrekord verholfen. 10,2 Millionen Kunstinteressierte strömten im vergangenen Jahr in das Ausstellungshaus. Das sind 25 Prozent mehr als 2017 und bricht den vorherigen Rekord aus dem Jahr 2012. Damals waren 9,7 Millionen in den Louvre gekommen.

Fast drei Viertel der Gäste kamen aus dem Ausland, mit US-Amerikanern und Chinesen an der Spitze. Auch die Zahl der Franzosen ist mit 2,5 Millionen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. 

Das ganze Gebäude ein Kunstwerk: die Galerie d’Apollon im Louvre

Gründe für den Besucheranstieg gibt es offenbar mehrere. Da ist die Retrospektive über den Maler Eugène Delacroix, die 2018 rund 540.000 Kunstliebhaber anzog und damit laut dem Museum die „erfolgreichste Ausstellung, die je im Louvre stattgefunden hat“ war. Delacroix war einer der bedeutendsten französischen Maler und gilt als Wegbereiter des Impressionismus. 

Auch der wieder zunehmende internationale Paris-Tourismus spielt eine Rolle, der sich nach Terroranschlägen und dadurch ausbleibenden Gästen in den vergangenen Jahren wieder erholt. Zudem öffnete 2017 der Louvre Abu Dhabi, ein Kunstmuseum, welches mit dem in Paris kooperiert. Auch durch dieses Ereignis stieg die Aufmerksamkeit für den Pariser Louvre.

Popstars als Kunstbotschafter 

Und ein Musikvideo befeuerte die Popularität des Kunsthauses: Popstar Beyoncé und Rapper Jay Z hatten 2018 das Video zu ihrem Song „Apeshit“ im Louvre gedreht. Viele der Meisterwerke des Museums sind in dem Video zu sehen. Bei YouTube ist es bislang 147 Millionen Mal geklickt worden. 

„Ich freue mich, dass der Louvre so beliebt ist“, sagt Museumsdirektor Jean-Luc Martinez. Dabei sei das Ziel nicht zwingend gewesen, mehr Besucher anzulocken, sondern die Bedingungen für die Gäste zu verbessern. Dazu gehörten etwa klarere Beschilderungen und die Einführung von Timeslot-Tickets, um die Warteschlangen am Kassenschalter zu verkürzen.

 

Entworfen von dem chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei: Die Pyramide ist zum Wahrzeichen geworden

Was Besucher 2019 im Louvre erwartet

Ein Höhepunkt des Jahres wird die Feier zum 30-jährigen Jubiläum der berühmten Glaspyramide sein. Sie ist der Eingangsbereich des Louvre und wurde 1989 erbaut. Heute ist sie neben dem Eiffelturm ein Pariser Wahrzeichen. Am letzten Wochenende im März wird es im Innenhof des Louvre mehrere Veranstaltungen bei freiem Eintritt geben.

Mit Spannung erwartet wird auch die Ausstellung anlässlich des 500. Todestages des genialen Künstlers Leonardo da Vinci. Der Louvre selbst besitzt fünf der 14 anerkannten Da Vinci-Gemälde, darunter die weltberühmte „Mona Lisa“.


  • Da Vincis Meisterwerke

    Mona Lisa

    Das bekannteste Gemälde Leonardo da Vincis aus der Hochphase der italienischen Renaissance hängt im Pariser Louvre. Das Jahr seiner Fertigstellung ist ebenso unklar wie die wahre Identität der Lisa: Die Florentinerin Lisa del Giocondo, Gattin des Tuch- und Seidenhändlers Francesco di Bartolomeo di Zanobi del Giocondo, gilt als heiße Kandidatin – viele Kunsthistoriker zweifeln das jedoch an.


  • Da Vincis Meisterwerke

    Salvator Mundi

    Für die Rekordsumme von 450 Millionen Dollar wurde 2017 Leonardo da Vincis Werk im Auktionshaus Christie’s für den saudi-arabischen Kronprinz Mohammed bin Salman ersteigert. Um 1500 entstanden, zählt es zu den weniger als 20 erhaltenen Gemälden des Meisters. 1958 hatte das Werk für nur 60 Dollar den Besitzer gewechselt – im Glauben, es sei kein Original. Die Echtheit ist heute noch umstritten.


  • Da Vincis Meisterwerke

    Johannes der Täufer

    Johannes der Täufer, der Jesus im Neuen Testament als Messias erkennt und dessen Wegbereiter wird, hängt ebenfalls im Louvre. Seine Heiterkeit ist Ausdruck seines Wissens. Leonardo stand zwischen 1513 und 1515 in den Diensten des Vatikans, vermutlich gab ihm Papst Leo X. den Auftrag für das Bild, bei dem es sich um da Vincis letztes Ölgemälde handeln könnte.


  • Da Vincis Meisterwerke

    Das Abendmahl

    Nicht die Mona Lisa, sondern das Abendmahl an der Nordwand des Speisesaals des Dominikanerklosters Santa Maria delle Grazie in Mailand gilt als Höhepunkt des malerischen Schaffens da Vincis. Es ist mehrfach restauriert worden, weil die angewandte Seccomalerei vom Ende des 15. Jahrhunderts im Vergleich zu den auf feuchten Putz gemalten Fresken weniger haltbar ist. Das Abendmahl ist Weltkulturerbe.


  • Da Vincis Meisterwerke

    Madonna mit der Spindel

    Das Original des Bildes ist nicht erhalten, allerdings gibt es zwei Kopien, die von Leonardos Schülern stammen: Ein Bild ist Teil einer New Yorker Privatsammlung, das andere wurde 2003 aus dem schottischen Drumlanrig Castle gestohlen. 2007 tauchte es bei einer Razzia auf, heute hängt es in der Schottischen Nationalgalerie. Obwohl es kein Original ist, lag sein Wert damals bei 40 Millionen Euro.


  • Da Vincis Meisterwerke

    Selbstporträt

    Bei 500 Jahre alten Kunstwerken gehören Zweifel an deren Echtheit einfach dazu: Beim Selbstbildnis, im Besitz der Königlichen Bibliothek in Turin, gelten weder die Urheberschaft noch die Identität der abgebildeten Person als gesichert. Das Entstehungsjahr der Rötelzeichnung könnte Experten zufolge weit hinter da Vincis Tod liegen. Ob der Meister wohl über all die Diskussionen feixen würde?


  • Da Vincis Meisterwerke

    Luftschraube

    Schließlich machte sich das Universalgenie weniger aus der Malerei als aus anderen Wissenschaften: Zu Architektur, Biologie, Technik und Anatomie entwarf da Vinci Skizzen, sein Forschungsdrang soll seiner Tatkraft mitunter im Weg gestanden haben. Die hier gezeigte Skizze eines Fluggeräts, des Helix Pteron, ist ein Vorbote des Hubschraubers. Zur Umsetzung fehlten ihm aber die passenden Materialien.


  • Da Vincis Meisterwerke

    Der vitruvianische Mensch

    Sein Erfindergeist ist wohl einer der Gründe, warum es so wenige Gemälde von da Vinci gibt: Er kam gar nicht so häufig zum Malen. Diese Skizze basiert auf der Darstellung des antiken Architekten Vitruvius vom Mensch mit idealisierten Proportionen. Er gilt als Symbol für Symmetrie, Schönheit und Körperbewusstsein und die meisten Deutschen tragen ihn täglich bei sich – auf ihrer Krankenkassenkarte.

    Autorin/Autor: Torsten Landsberg


Geplant war, weitere Gemälde aus italienischen Sammlungen für die Ausstellung nach Paris zu holen. Doch es gab Querelen mit der italienischen Regierung um die Leihgaben. Vom Louvre heißt es nun, die Leihgeber stünden noch nicht fest. Auf jeden Fall wird neben Gemälden auch „eine große Auswahl an Zeichnungen“ präsentiert. Die Schau soll nach Angaben des Louvre das Ergebnis von mehr als zehn Jahren Arbeit und Forschung rund um Leonardos Werk repräsentieren: Die Gemälde des Louvre wurden erneut wissenschaftlich untersucht, drei von ihnen restauriert. Vom 24. Oktober 2019 bis zum 24. Februar 2020 wird die Ausstellung zu sehen sein.

Neu in 2019 sind die „Saturday Night Openings“. Jeden ersten Samstag im Monat ist der Eintritt von 18 bis 21:45 Uhr kostenlos. Los geht es am 5. Januar. Bisher war der Eintritt nur im Winterhalbjahr an jedem ersten Sonntag im Monat frei.

cd/ks (mit dpa, afp, Louvre.fr)


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    Autorin/Autor: Simon/Termèche/Jawabreh


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