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Sport - 08.06.2019

Besseres als die Frauenfußball-WM kann nicht passieren

An alle Fußballfans, die die Langeweile der Sommerpause übermannt: Die Frauen-WM beginnt! Dabei ist es ärgerlich, darauf extra hinweisen zu müssen. Ein Kolumne.

Vorfreude. Nationalspielerin Johanna Elsig (l.) muss Kameradin Alexandra Popp bremsen.

Die Erinnerungen der Fußballfans verblassen bereits. Das zumindest ein bisschen spannende Meisterschaftsfinale liegt schon Wochen zurück, an das Pokalfinale zwischen Leipzig und Bayern wollten sich schon während des Spiels nur wenige Menschen außerhalb der beiden betroffenen Städte erinnern. Und wer weiß noch ohne nachzugucken, wer das Handspiel im Champions-League-Finale verursacht hat?

Die Saison ist vorbei, begonnen hat die Sommerpause. Es ist die schlimmste Zeit des Jahres für Fußballfans – vor allem Samstage sind nun merkwürdig trostlos. Zeit vertreiben sich die Fans damit, die Eintrittskarten einzusortieren, YouTube-Compilations über das angebliche Supertalent aus Kolumbien durchzuschauen, an dem der Lieblingsklub baggert, und den Comunio-Kader für die kommende Saison zu planen.

Doch Rettung naht: An diesem Freitag beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen! In Frankreich kämpfen 24 Mannschaften um den Titel. Etwas Besseres kann in diesem Sommer gar nicht passieren. Denn das Turnier ist hochkarätig besetzt, Deutschland tritt mit einem starken und zugleich interessanten jungen Team an (alles zur deutschen Mannschaft gibt es bei uns im WM-Blog) und die Franzosen garantieren ein stimmungsvolles und gut organisiertes Turnier.

Dass man darauf extra hinweisen muss, ist ärgerlich. Aber nicht nur in Deutschland bekommt der Frauenfußball noch immer zu wenig Aufmerksamkeit. Auch in den anderen teilnehmenden Ländern gibt es fast ausschließlich Beachtung für die Spielerinnen, wenn ein großes Turnier ansteht – oder ein besonderes Event wie in Spanien organisiert wird, wo mehr als 60.000 Zuschauer bei Atlético Madrid gegen FC Barcelona zugeguckt haben.

Frauenfußball vergleichbar mit Männerhandball

Doch immerhin: Wenn ein Turnier ansteht, dann stellen auch die deutschen Fans den Fernseher an. Verteidigerin Lena Goeßling verglich Frauenfußball im Interview mit dem Tagesspiegel treffend mit Männerhandball, der ja während der WM im Januar schon als neue Sportart Nummer eins gefeiert wurde. Der Hype um Handball ist wieder abgeklungen – das war leider zu erwarten.

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Vielleicht schaffen es ja die deutschen Fußballerinnen, eine Welle der Euphorie in die kommende Saison mitzunehmen, sodass zu den Spielen in Leverkusen oder München mehr als ein paar hundert Zuschauer kommen. Dafür müssen sie aber erst mal die Euphorie entfachen – nötig ist dafür ein erfolgreiches Abschneiden bei der WM. Das Potenzial dafür hat das deutsche Team. Schon dann hätten die Fußballerinnen viel erreicht.

Verdient haben sie es – die, die Saison um Saison einen riesigen Aufwand für den Fußball betreiben. Jetzt können sie dafür sorgen, dass die Erinnerung an diesen Sommer 2019 nicht so schnell verblasst wie an das Saisonfinale. Auf eine schöne Weltmeisterschaft mit interessanten Spielen und genug Aufmerksamkeit!

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