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Sport - 07.06.2019

Der Fußball braucht klare Regeln für Kooperationen

Die Zusammenarbeit der Bundesligisten steht weiter in der Kritik und die Konkurrenz befürchtet Wettbewerbsverzerrung. Das wird kein Einzelfall bleiben. Ein Kommentar.

Leipzig ist nur einer von vier Fußballstandorten von Red Bull.

Das Echo hatten die Verantwortlichen grandios unterschätzt. Viele Fans des SC Paderborn kritisierten die am Dienstag verkündete Zusammenarbeit ihres Klubs mit Rasenballsport Leipzig umgehend und drohten mit Boykott. Dass sich das fragwürdige Geschäftsmodell des österreichischen Brausekonzerns mit angeschlossenen Fußballabteilungen in Leipzig, Salzburg, New York und Brasilien bei anderen Vereinen sowie ihren Fans keiner sonderlich großen Beliebtheit erfreut, war bekannt. Abseits aller traditionalistischen Erwägungen bringt die Kooperation zwischen dem Bundesliga-Dritten Leipzig und dem Bundesliga-Aufsteiger Paderborn aber auch ganz praktische Gefahren – und die sollte der Fußball sehr ernst nehmen.

Auch wenn die Inhalte der Zusammenarbeit noch nicht im Detail bekannt sind, formulierte der Geschäftsführer des 1. FC Köln im „Kicker“ bereits erste Bedenken. „Wir sprechen hier immerhin von zwei Klubs aus derselben Liga“, sagte Alex Wehrle und warnte vor möglicher Wettbewerbsverzerrung. Es ist ein Thema, das schon in der vergangenen Europa-League-Saison heiß diskutiert wurde. Damals trafen mit Leipzig und Salzburg zwei Red-Bull-Standorte in einer Gruppe aufeinander, die befürchtete Bevorteilung des deutschen Bundesligisten stellte sich allerdings nicht ein.

Dennoch ist es ein Problem, mit dem sich die deutschen und internationalen Fußballinstitutionen intensiv beschäftigen müssen. Der Sport vernetzt sich global immer mehr und manchen Eigentümern ist die Kontrolle über einen Verein nicht mehr genug. Red Bull leistet sich vier Klubs, die aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kontrollierte City Football Group gleich sechs – und das ist vermutlich nicht das Ende der Entwicklung. Dazu kommen Kooperationen wie zwischen Leipzig und Paderborn. Die Fußballverbände müssen für solche Fälle dringend klare Regelungen formulieren und festlegen, welche Formen der Zusammenarbeit erlaubt sind – und diese Regeln dann auch konsequent anwenden. Sonst wird die Furcht vor Wettbewerbsverzerrung zum ständigen Begleiter.

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