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Sport - 1 Woche ago

Die neue Klub-WM riecht nach sommerlichem Firlefanz

Die Fifa möchte offenbar die Klub-WM zu einem großen Sommerturnier ausweiten. Doch hochklassigen Fußball kann man sich davon wohl kaum erwarten.

Sieht den Fußball gern in seinen Händen: Fifa-Präsident Gianni Infantino plant offenbar eine Reform der Klub-WM.

Nur einmal alle vier Jahre mit der Männer-WM die ganz große Bühne im Fußballgeschäft zu bekommen, das reicht dem Weltverband Fifa nicht mehr. Und so kommt er jetzt mit einem neuen Projekt um die Ecke: Mit einem Sommerturnier, bei dem die 24 besten Vereinsmannschaften der einzelnen Kontinente einen Weltmeister ausspielen sollen. Eine solche Klub-WM soll am Freitag auf dem Fifa-Council in Miami beschlossen werden und dann ab 2021 im Rahmenterminkalender den Confed-Cup ablösen.

Für die weltweit ansonsten wenig beachteten Klubs aus Asien, Afrika oder Amerika bietet sich die verlockende Chance, für zwei Wochen im Rampenlicht zu stehen und sich dabei mit den europäischen Spitzenklubs zu messen. Das bringt Fifa-Präsident Gianni Infantino viele Freunde in den kleineren Verbänden, von der neuen Einnahmequelle ganz zu schweigen. In Europa hält sich die Begeisterung angesichts der hohen Teilnehmerzahl und der offenbar niedrigen Beteiligung an den Gewinnausschüttungen in Grenzen.

Wenn das neue Format eine Chance bei den Fans bekommen soll, ist es aber nötig, die europäischen Topvereine auf die eigene Seite zu bringen. Schließlich stellen die üblich verdächtigen Klubs aus Manchester, Mailand, Madrid oder München die Zugpferde eines solchen Wettbewerbs dar, von deren Strahlkraft die nicht-europäischen Teams profitieren sollen – und damit auch die Fifa.

Dass diese Klubs nach einer langen Saison noch bereit sind, den Wettbewerb ernst zu nehmen, wenn der letzte Ligaspieltag und die letzten Pokalfinals Wochen zurückliegen und eine lange Spielzeit an den Kräften nagt, erscheint schwer vorstellbar. Und dann droht die Klub-WM zu einem reinen Marketing-Kick zu werden, der sich vom Reiz und Niveau der sommerlichen Vorbereitungsturniere der Topteams bei ihren Promotouren im Ausland kaum unterscheidet. Passenderweise geht es da aber ja letztlich auch mehr um wirtschaftliche als um sportliche Interessen.

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