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Sport - 09.03.2019

Die Play-offs gehen nur über den Willen

Martin Buchwieser trägt mit seinem Tor dazu bei, dass die Berliner ihr erstes Play-off-Spiel in Straubing gewinnen und ist optimistisch vor Spiel zwei.

Der Schütze lässt ich feiern. Martin Buchwieser von Berlin jubelt nach seinem Ausgleichstreffer zum 1:1 gegen Straubing.

Martin Buchwieser kann mit den Niederbayern aus Straubing nicht viel anfangen. Das liegt zum einen daran, dass der 29-Jährige in Garmisch-Partenkirchen geboren wurde und damit Oberbayer ist. Dazu kommt, dass der Eishockeyspieler Buchwieser in dieser Saison auch in seinem Job wenig Freude mit den Straubingern hatte. Drei der vier Hauptrundenspiele in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) verlor er mit seinen Eisbären gegen die Tigers, beim einzigen Vorrundensieg im November bezog er kurz vor Ende des Spiels ziemlich heftig Prügel. Auch deshalb war Buchwieser im Vorfeld der Pre-Play-off-Serie gegen Straubing nicht unglücklich darüber, dass Raubein Sena Acolatse nach einem Check gegen Ingolstadts Darin Olver am vergangenen Sonntag gesperrt wurde und damit in allen drei möglichen Spielen gegen die Eisbären fehlt. Aus Sicht des Berliner Stürmers hat einer wie Acolatse „in der DEL nichts verloren, auch wenn es für Straubing natürlich gut ist, ihn in der Mannschaft zu haben“, wie er neulich im Fantalk des Vereins berichtete.

 Am Mittwoch beim 3:2-Verlängerungssieg der Berliner im ersten Pre-Play-off-Duell am Mittwoch stand jener Sena Acolatse als Zuschauer im Straubinger Eisstadion am Pulverturm und musste mitansehen, wie Buchwieser die 1:0-Führung der Tigers durch Vladislav Filin in bester Wurschtelmanier ausglich. „Ich bin nur vor das Tor gegangen und hatte dann Glück, dass die Scheibe da gelegen hat“, erzählte er später im Play-off-Podcast der Eisbären. Für Buchwieser war es erst der dritte Treffer überhaupt in dieser Saison, er hofft aber, „dass jetzt noch ein paar dazu kommen.“

 Das könnte durchaus klappen, allein schon deshalb, weil die Eisbären wohl noch ein paar mehr Spiele in den Play-offs bestreiten werden. Am Freitagabend (19.30 Uhr/Mercedes-Benz-Arena) können sie mit einem erneuten Erfolg gegen die Tigers bereits das Viertelfinale erreichen. „Wir müssen unsere konzentrierte Leistung fortsetzen und diszipliniert spielen“, fordert Buchwieser. Doppel- und Siegtorschütze Austin Ortega sagte: „Wir müssen die Energie der Fans aufs Eis bringen.“

Buchwieser sagt: Es geht darum, wer den längeren Atem hat

Genau das gelang den Straubingern am Mittwoch in Spiel eins nur selten. Im sonst so lauten Stadion ging es über weite Phasen erstaunlich gesittet zu, zudem gab es auch recht viele freie Plätze. Erst als Jonas Müller im dritten Drittel Vladislav Filin in die Bande checkte und dafür nur eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt, kochten die Emotionen hoch. Für Martin Buchwieser war die Aufregung allerdings übertrieben: „Der Check von Müller war aus meiner Sicht fair, er hat Filin da einfach nur auf dem falschen Fuß erwischt und dann ist er auch einfach unglücklich gefallen.“ Wer weiß, wie das Spiel beim Stand von 2:2 gelaufen wäre, wenn Straubing das dritte Drittel mit einer fünfminütigen Überzahl hätte beenden können.

So ging es in die Verlängerung. „In der wollten beide Mannschaften das Spiel so schnell wie möglich entscheiden. Uns ist es geglückt“, erzählte Buchwieser. Und fügte hinzu: „Die Play-offs gehen nur über den Willen. Es geht darum, wer in gewissen Situationen den längeren Atem hat.“ Im Moment sieht es so aus, als hätten den die Eisbären. Zumal auf Straubinger Seite für das zweite Spiel nicht nur weiterhin Acolatse fehlen wird, sondern auch die Einsätze von Filin und Kael Mouillierat verletzungsbedingt ausgeschlossen sind. Trotzdem erklärte Tigers-Trainer Tom Pokel am Mittwochabend fast schon trotzig: „Wir wissen, was wir zu tun haben. Im nächsten Spiel wird das Glück etwas mehr auf unserer Seite sein.

Martin Buchwieser will mit den Eisbären genau das verhindern. Die Chancen, dass er sich als Oberbayer über den Freitag hinaus nicht mehr mit Niederbayern beschäftigen muss, stehen so schlecht nicht. Sollten die Berliner ihren Matchpuck in Spiel zwei verwerten und gleichzeitig auch Nürnberg gegen Bremerhaven gewinnen, würden die Eisbären ab kommenden Mittwoch auf Red Bull München treffen. Mit dem Meister hat Buchwieser nach der Finalniederlage in der vergangenen Saison und vier Niederlagen in dieser Hauptrunde auch noch eine Rechnung offen. Aber zumindest liegt München in Oberbayern.

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