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Sport - 2 Wochen ago

Jetzt geht’s erst richtig los

Die Eisbären gehen nach dem Durchmarsch gegen Straubing selbstbewusst in das Play-off-Viertelfinale – egal, wer dort ab Mittwoch ihr Gegner ist.

Marcel Noebels (rechts im Bild) brachte die Eisbären in Spiel zwei gegen Straubing mit seinem frühen 1:0 auf die Siegerstraße.

Kurz vor Mitternacht am Freitagabend hatten die Eisbären Gewissheit, dass die Ungewissheit weitergeht. Weil die Fischtown Pinguins Bremerhaven aus einem 0:3-Rückstand im dritten Drittel bei den Nürnberg Ice Tigers noch einen 4:3-Sieg in der zweiten Verlängerung machten, steht der kommende Gegner der Berliner im Viertelfinale der Play-offs in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) erst am Sonntag fest. Gewinnt Bremerhaven das Entscheidungsspiel der Serie gegen Nürnberg vor eigenem Publikum, spielen die Eisbären ab Mittwoch gegen die Adler Mannheim, anderenfalls ist RB München der Gegner. Sicher ist vorläufig nur, dass die Berliner auswärts beginnen und ihre maximal drei Heimspiele in der Viertelfinalserie nach dem Modus „Best-of-seven“ allesamt an einem Freitagabend stattfinden.

Offiziell spielt es für die Eisbären keine Rolle, auf wen sie in der nächsten Runde treffen. Die Optionen sind ohnehin schwerstmöglich. Gegen den Meister aus München haben sie in den vergangenen beiden Jahren in den Play-offs jeweils verloren – einmal im Halbfinale und 2018 im Finale nach sieben Duellen. Die Adler konnten die Eisbären 2017 im Viertelfinale hingegen ausschalten. Auch damals waren die Berliner der klare Außenseiter. Wunschgegner ist Mannheim deswegen trotzdem nicht. „Klar haben wir mit München noch eine Rechnung offen und die Serie damals gegen Mannheim war ein persönliches Highlight in meiner Karriere“, sagte Marcel Noebels. Aber: „Letztlich ist mir egal, gegen wen wir spielen.“

Weil viele verletzte Profis zurückgekehrt sind, können die Eisbären endlich ihr eigentliches Potenzial abrufen

Noebels hatte die Eisbären am Freitagabend beim schon entscheidenden 4:2 im zweiten Spiel der kurzen Pre-Play-off-Serie mit seinem 1:0 früh auf die Siegerstraße gebracht. Danach hatten die Berliner durchaus ihre Mühe mit den nie aufsteckenden Tigers, aber angetrieben von ihren lautstarken Fans fanden sie an diesem Tag immer die passende Antwort zum richten Zeitpunkt. „Wir waren eiskalt und haben unsere Chancen genutzt“, sagte Noebels.
Dass wegen der gewonnenen Serie gegen Straubing nicht gleich Euphorie bei den Eisbären aufkommt, konnte den Worten von Noebels allerdings auch entnommen werden. „Als Eisbären Berlin sollten wir schon in der Lage sein, eine Mannschaft wie Straubing zu schlagen – auch wenn die eine wirklich gute Saison gespielt haben und es eine schwere Serie war. Aber jetzt kommt das Viertelfinale. Da geht’s erst richtig los.“

Tatsächlich dürfte sich die Begeisterung, nun gegen die Eisbären antreten zu dürfen beim kommenden Gegner in Grenzen halten – egal wer es wird. „Wir sind jetzt eine völlig andere Mannschaft“, sagte Trainer und Sportdirektor Stéphane Richer mit Blick auf die vergangenen und die kommenden Wochen.

Acht der letzten neun Spiele hat sein Team gewonnen. Auch weil viele verletzte Profis zurückgekehrt sind, können die Eisbären endlich ihr eigentliches Potenzial abrufen. Die Offensive funktioniert – 36 Tore und damit exakt vier pro Spiel erzielten die Berliner während ihrer Erfolgsserie. Davor waren es in 45 Spielen gerade einmal 2,6. Dazu wirkt auch die Defensive zunehmend stabiler, nur zweimal in den vergangenen zehn Partien gab es mehr als drei Gegentreffer. „Ich bin sehr stolz, wie wir zurückgekommen sind“, sagte Richer.

Auch der Schulterschluss mit den Fans ist geglückt, am Freitag gab es nur noch vereinzelte Pfiffe aus dem Stehplatzblock gegen den nicht übermäßig beliebten sportlich Verantwortlichen der Berliner. Die Zuschauer haben den Blick längst wieder nach vorn gerichtet. So wie die Spieler. „Wir denken jetzt von Spiel zu Spiel. Das Viertelfinale wird eine schwere Aufgabe. Aber wir haben zuletzt viel Selbstvertrauen getankt“, sagte Marcel Noebels. Entschlossen lächelnd verschwand er danach ins freie Wochenende, das sich die Eisbären-Spieler durch den schnellen Durchmarsch in den Pre-Play-offs verdient hatten. Ab Montag beginnt die Vorbereitung auf das Viertelfinale. Dann herrscht auch Gewissheit, ob es dort gegen die Adler Mannheim oder RB München geht.

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