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Sport - 26.05.2019

Lewandowski schießt die Bayern zum Double

Der FC Bayern setzt sich mit 3:0 gegen RB Leipzig durch. Zum 19. Mal gewinnen die Münchner den DFB-Pokal und beenden eine komplizierte Saison doch versöhnlich.

Das war’s: Robert Lewandowski nach dem 3:0 für Bayern, seinem zweiten Treffer in diesem Pokalfinale.

Manuel Neuer strich sich noch einmal brav das Trikot glatt. Dann ging der Kapitän des FC Bayern München hoch auf die Plattform für die Sieger. Dort, vor der Haupttribüne des mit 77.322 Zuschauern ausverkauften Olympiastadions, überreichte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem 33 Jahre alten Nationaltorwart den DFB-Pokal. Neuer reckte das güldene Ding unter den Jubel der gut 20.000 Bayern-Fans in den Berliner Nachthimmel.

In einem rasanten, ja anregenden und lange Zeit offenen Spiel siegten die Bayern am Ende völlig verdient mit 3:0 (1:0) gegen RB Leipzig. Für die Bayern ist es nach der gerade errungenen 29. Meisterschaft nun auch schon der 19. Pokalsieg und das insgesamt zwölfte nationale Double. „Am Ende können wir sagen: Diese Saison war sehr, sehr gut für uns“, sagte Robert Lewandowski. Schlecht war sie auch für die Leipziger nicht, obwohl sie weiterhin auf einen großen Titel warten müssen – aber ihr Klub ist ja auch noch nicht so alt. Sie trösten sich mit Platz drei in der Liga und der direkten Qualifikation für die Champions League.

Manuel Neuer war an diesem Abend neben Robert Lewandowski einer der Helden. Er gab in Berlin nach sechswöchiger Verletzungspause wegen eines Muskelfaserrisses sein Comeback. Doch von fehlender Spielpraxis war nichts zu sehen. Schon nach zehn Minuten war der Kapitän der Bayern gefordert. Nach einer Ecke kam Yussuf Poulsen zum Kopfball. Neuer lenkte den Ball reflexartig an die Unterkante der Latte, von wo der Ball ins Feld prallte.

Ohnehin waren die Leipziger die Mannschaft der ersten halben Stunde. Sie gingen die Bayern hoch an, was deren Aufbauspiel ziemlich abträglich war. Die Leipziger hatten zwar keine wirklich hochkarätige Torchance, aber sie wirkten gefährlicher und irgendwie gieriger.

Die 1:0-Führung der Bayern fiel einigermaßen überraschend

Das Bild änderte sich, als Robert Lewandowski eine Flanke von David Alaba spektakulär per Kopf zur 1:0-Führung verwertete. Für den Polen war es das sechste Tor im laufenden Wettbewerb. Die Bayern-Fans in der Ostkurve feierten den Treffer frenetisch. Bis dahin war es in dem Spiel nicht so gut für ihre Mannschaft gelaufen. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt schmeichelhaft.

Das Gegentor sollte die eifrigen Sachsen schocken. Bis zum Halbzeitpfiff kamen sie nicht mehr druckvoll vor das Tor der Münchner. Im Gegenteil. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick hatte kurz vor der Halbzeit Glück, dass die Bayern zwei gute Gelegenheiten nicht konsequent zu Ende spielten.

Robert Lewandowski macht mit seinem zweiten Tor endgültig alles klar.

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte war es erneut Neuer, der sein Team vor einem Gegentor bewahrte. Leipzigs Schwede Emil Forsberg kam allein auf das Bayerntor zugelaufen, doch Neuer lenkte den Schuss zur Ecke ab. „Ich war natürlich hoch motiviert“, sagte Bayerns Torhüter. Auf der Gegenseite ließen Serge Gnabry und Thomas Müller eine gute Chance liegen. Das Finale wurde jetzt richtig gut und unterhaltsam, beide Teams suchten die Offensive. Es ging hin und her mit vielen wilden Torszenen auf beiden Seiten. Die vielleicht beste Chance zum Ausgleich hatte Timo Werner. Neuer war schon geschlagen, aber ein Bein von Niklas Süle versagte dem Ball das Überqueren der Torlinie.

Bis in die Schlussphase hinein blieb das Spiel spannend. Die Leipziger Fans sangen noch hoffnungsfroh das Lederhosenlied, die Münchner Fans konterten mit „Super-Bayern, Super-Bayern“. Denn Arjen Robben war in seinem letzten, dem 309. Pflichtspiel für die Bayern für Gnabry auf den Rasen gekommen.

Eine Viertelstunde vor dem Ende erzielte Kingsley Coman nach schöner Einzelleistung das 2:0. Das Spiel schien gelaufen. Das war es endgültig, als Lewandowski fünf Minuten vor dem Ende das 3:0 erzielte. Danach war die Ostkurve im kollektiven Taumel, weil anschließend Franck Ribéry zu seinem letzten Einsatz für die Bayern kam. So viel Folklore sei erlaubt. Für den Franzosen war es das 425. Pflichtspiel. Er und Robben verabschieden sich nun mit dem Double, sie prägten die erfolgreichste Dekade des FC Bayern überhaupt.

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