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Sport - 05.02.2019

Matti Nykänen war immer in Extremen

Der Finne Matti Nykänen war ein genialer Skispringer und ein skandalumtoster Star. Nun ist er im Alter von 55 Jahren gestorben.

Matti Nykänen musste besonders nach seiner sportlichen Karriere auch viele Tiefpunkte überwinden.

Es gibt wohl zwei Bilder, die deutschen Skisprung-Fans von Matti Nykänen in Erinnerung bleiben werden. Das des grandiosen Athleten, der bei Olympischen Winterspielen vier Goldmedaillen gewann und sich mitreißende Duelle mit Jens Weißflog oder Dieter Thoma lieferte. Und das des skandalumtosten Stars, der nach seiner aktiven Karriere Alkoholprobleme hatte und auch im Gefängnis saß.

In der Nacht zum Montag ist Nykänen im Alter von nur 55 Jahren gestorben. Nykänen soll seit einiger Zeit krank gewesen sein, teilte der Chef des Finnischen Skiverbandes mit.

Zu Nykänens Leben gehören beide Extreme. Der Finne war – gemeinsam mit Weißflog – der überragende Skispringer der achtziger Jahre. Bei den Winterspielen in Sarajevo 1984 und in Calgary 1988 holte er insgesamt viermal Gold und einmal Silber. Er war mehrfacher Weltmeister und gewann zweimal die Vierschanzentournee. Außerdem triumphierte Nykänen viermal im Gesamtweltcup – das schaffte außer ihm bisher nur der Pole Adam Malysz.

Aber all die Siege wurden für ihn zur Belastung. „Alle haben sich um mich gerissen. Ich hatte es satt, es war zu viel“, sagte Nykänen einst. Er verfiel dem Alkohol – und das setzte ihm schon während seiner Karriere zu. Bereits mit 27 Jahren beendete er dann 1991 seine aktive Laufbahn. Danach kam Nykänen meist nur noch mit Fehltritten und Eskapaden in die Schlagzeilen. Er trat als Stripper und Sänger auf. Nachdem Nykänen einen Freund mit dem Messer attackiert hatte, musste er ins Gefängnis. Und nach seiner Entlassung im September 2005 griff Nykänen seine Ex-Frau tätlich an.

„Die Hölle ist nicht so schlimm, wie mein Leben jahrelang war“, sagte er einmal über sich. Doch von seinem Leben wird eben nicht nur sein Leiden in Erinnerung bleiben.

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