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Sport - 12.07.2019

Roger Federer, Rafael Nadal und das Spiel der Spiele

Roger Federer und Rafael Nadal treffen elf Jahre nach ihrem legendären Finale in Wimbledon nun im Halbfinale aufeinander. Es wird ihr 40. Duell sein.

Rivalen. Die Duelle zwischen Roger Federer und Rafael Nadal sind seit jeher etwas Besonderes.

In Wimbledon wird am Freitag die Zeit zurückgedreht. Elf Jahre nach ihrem legendären Finale treffen sich Roger Federer und Rafael Nadal doch noch einmal auf dem berühmtesten Tennisplatz der Welt. Am Freitag stehen sich die beiden Superstars zum insgesamt 40. Mal gegenüber, es geht um den Einzug ins Endspiel bei der 133. Auflage der All England Championships. „Ich bin sehr gespannt darauf. Es bedeutet mir viel und ihm wahrscheinlich auch“, sagte Nadal. Auch Federer weiß um die Brisanz des Aufeinandertreffens: „Die Leute machen immer einen großen Hype daraus. Aber ich weiß, dass es nicht leicht wird. Rafa kann dir auf jedem Belag zusetzen.“

Erst vor ein paar Wochen gab es das Duell in Paris, Nadal gewann auf seinem Lieblingsplatz im Halbfinale der French Open klar. Zuvor allerdings siegte Federer fünfmal hintereinander gegen den Spanier, darunter im 2017er-Finale der Australian Open. Es war eines von vielen denkwürdigen Spielen zwischen den beiden. Übertroffen wird es allerdings noch vom Wimbledon-Endspiel 2008.

Damals setzte sich Nadal bei Einbruch der Dunkelheit 9:7 im fünften Satz durch und holte sich erstmals den Titel beim Rasenklassiker. Für viele Experten ist dieses Match bis heute das beste aller Zeiten. Dass es so lange dauern würde, bis es zu einer Neuauflage kommt, hätte damals wohl kaum jemand gedacht, schließlich war es das dritte Wimbledon-Finale nacheinander zwischen Federer und Nadal.

2019 spielen sie im Alter von 37 und 33 Jahren immer noch auf einem hohen Niveau, auch wenn die Vorzeichen etwas andere sind als vor einem Jahrzehnt. „Ich erinnere mich an seinen Aufschlag von früher und wie viel härter er jetzt serviert. Und wie viel schneller er die Ballwechsel beendet“, sagte Federer. Für Nadal ist diese Entwicklung allerdings logisch: „Ich renne nicht mehr so viel, deswegen muss ich besser aufschlagen. Vielleicht ist auch mein Volley besser geworden. Trotzdem weiß ich nicht, ob ich heute stärker bin als damals.“

Rivalität seit der ersten Begegnung 2004

Für Federer war Nadal bei großen Turnieren jedenfalls oft zu stark. Zehn ihrer dreizehn Duelle bei Grand Slams gewann der Spanier. Erst in jüngerer Vergangenheit hat sich das Blatt ein bisschen gewendet. Federer spielt seit einiger Zeit mit größerem Schläger und hat es über Jahre geschafft, Nadal auf Sand aus dem Weg zu gehen. Bis zum Halbfinale von Roland Garros vor ein paar Wochen. Damals waren die Bedingungen allerdings schwierig, weil starker Wind über den Platz fegte. Das wird am Freitag nicht so sein. Zudem kennen sich die beiden in- und auswendig.

Duell für die Ewigkeit. Rafael Nadal gewann das Wimbledon-Finale 2008 gegen Roger Federer.

Ihre Rivalität hat seit der ersten Begegnung 2004 viele Fans auf der Welt begeistert, mehr noch als alle Duelle, die Federer und Nadal mit Novak Djokovic hatten. Die unterschiedlichen Spielstile sind dafür eine Erklärung. Auf der einen Seite das elegante Tennisgenie mit technisch perfekt ausgeführten Schlägen, auf der anderen der kraftvolle und nimmermüde Kämpfer. Dazu ist der eine Rechtshänder und der andere spielt mit links. Federer und Nadal haben es zudem verstanden, respektvoll miteinander umzugehen. Dass zwei so erbitterte Gegner auf dem Tennisplatz sich dennoch gut verstehen können, kommt einfach an. „Wir hatten immer eine gute, ja freundschaftliche Beziehung. Und daran wird sich auch nichts ändern, egal ob ich gewinne oder nicht“, sagte Nadal.

Wenn am Freitag in Wimbledon die Zeit zurückgedreht wird, werden sich viele Tennisfans in aller Welt wünschen, dass sie für einen Moment stillsteht. Denn ein Duell zwischen Roger Federer und Rafael Nadal wird es beim wichtigsten Tennisturnier der Welt vielleicht nie wieder geben.

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