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Wirtschaft - 06.11.2018

Arbeitsbelastung steigt besonders bei sozialen Berufen

Eine Umfrage unter mehr als 2000 Betriebsräten zeigt: Die Belastung von Beschäftigten steigt, die Zufriedenheit sinkt. In Kitas, Schulen und Krankenhäusern gibt es zu wenig Personal.

Zu wenig Personal im Krankenhaus. Ein Pfleger betreut eine Patientin auf einer Palliativstation.

Vor allem im Dienstleistungsbereich klagen Beschäftigte über zunehmende Belastungen. Bei einer Umfrage unter mehr als 2000 Betriebsräten wurde die dünne Personaldecke als größtes Problem genannt. Nach Angaben von knapp vier Fünftel der Befragten ist die Arbeitsintensität in den vergangenen fünf Jahren gestiegen. In sozialen Diensten, besonders in Kitas und Krankenhäusern, kommen „zum Personalmangel oft noch widrige Arbeitsbedingungen und ungerechte Bezahlung hinzu“, teilte das gewerkschaftseigene WSI am Sonntag zu den Ergebnissen der Studie mit. „Im Bereich Erziehung, Gesundheit und Schule sind 84 Prozent von Abeitsintensivierung betroffen.“

Schlecht gerüstet für Digitalisierung

Alles in allem seien die Unternehmen für Herausforderungen der Digitalisierung und des demografischen Wandels schlecht gerüstet. Der Gesundheitsschutz werde vernachlässigt, obgleich „gesunde Beschäftigte doppelt wichtig sind, wenn das Fachkräfteangebot schrumpft“. In der Umfrage aus dem Jahr 2016 äußerten zwei Drittel der Befragten durchaus positive Erwartungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung. Vor allem die Chancen selbstständiger Arbeit und der Arbeit zu Hause wurden betont. Doch „allenfalls im IT-Sektor scheint sich das Homeoffice durchzusetzen“. Nur 13 Prozent der Betriebe erlauben ihren Beschäftigten, zu Hause zu arbeiten. Angst vor der „Arbeit 4.0“ haben vor allem die Beschäftigten von Banken und Versicherungen. Jeder dritte Betriebsrat im Finanzsektor befürchtet die Folgen von Rationalisierung, Standardisierung und Leistungskontrolle.

Homeoffice kann helfen

Über allen Branchen hinweg berichten 59 Prozent der Betriebsräte, dass die Arbeitszufriedenheit gesunken sei. Als prioritär anzugehende Themen nennen die Arbeitnehmervertreter die Aufstockung des Personals, Weiterbildung sowie eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben. Ferner müsse der betriebliche Gesundheitsschutz weiterentwickelt und an „die neuen digitalen Bedingungen wie mobiles Arbeiten und ständige Erreichbarkeit angepasst werden“. Nach Ansicht des WSI könnte neben dem Homeoffice auch der Einsatz von Arbeitszeitkonten zu Zeitsouveränität und Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten beitragen.


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