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Wirtschaft - 07.02.2019

Erstes Produkt von Danone mit Nutri-Score auf dem Markt

Die Jogurts sind nach dem französischen Nutri-Score gekennzeichnet. Verbraucher sollen auf einen Blick erkennen, wie gesund ein Produkt ist.

Danone will den Nutri-Score auf weiteren Milchfrischeprodukten einführen.

Der französische Lebensmittelkonzern Danone bringt das erste Produkt auf den Markt, das mit dem von Verbraucherschützern gelobten französischen Nutri-Score gekennzeichnet ist. Der Lebensmittelmulti startet mit den „Fruchtzwergen“, weitere Produkte sollen folgen, teilte Danone am Donnerstag mit. Auch der Tiefkühlhersteller Iglo hat bereits angekündigt, das neue Nährwertkennzeichnungssystem auf seine Verpackungen drucken zu wollen. Im Internet kann man den Wert für einige Produkte aber jetzt schon nachschlagen. Der sogenannte Nutri-Score arbeitet wie die britische Lebensmittelampel mit Farben. Grün kennzeichnet gesunde Lebensmittel, rot bedeutet: Finger weg.

„A“ ist super, „E“ ist ungesund: Der Nutri-Score gibt Verbrauchern eine Kaufempfehlung.

Anders als die in Großbritannien übliche Lebensmittelampel, die die Ampel jeweils für Fett-, Zucker- und Salz abdruckt, wägt der Nutri-Score Vor- und Nachteile eines Lebensmittels gegeneinander ab und bildet am Ende einen einzigen verbindlichen Wert. Ballaststoffe oder Vitamine können etwa einen höheren Zucker- oder Fettgehalt ausgleichen. „Das ermöglicht Verbrauchern eine schnelle und klare Orientierung“, lobt Klaus Müller, Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV).

Verbraucherschützer, Kinderärzte und Krankenkassen fordern schon seit langem eine einfache Nährwertkennzeichnung in Deutschland. Das soll Menschen erleichtern, im Supermarkt die richtigen Produkte zu kaufen. Denn viele Bürger scheitern an der in Deutschland üblichen tabellarischen Auflistung von Kalorien, Zucker oder Fett auf der Rückseite der Lebensmittelverpackungen. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) will bis zum Sommer Vorschläge für eine Reform der Kennzeichnung vorlegen.


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Foodwatch kritisiert aber Rosinenpickerei

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch begrüßt die Einführung des Nutri-Scores bei Danone, kritisiert aber Rosinenpickerei. „Wenn nur die Danone-Produkte den Nutri-Score tragen, die gut abschneiden, wirkt es wie eine reine Marketingmasche“, sagte Luise Molling von Foodwatch. Der Konzern müsse so schnell wie möglich alle Lebensmittel aus seinem Sortiment mit dem Nutri-Score kennzeichnen – „auch die unausgewogenen Produkte“, fordert Foodwatch.

„Fruchtzwerge“ bekommen in dem Nutri-Score Bewertungssystem die zweitbeste Kennzeichnung „B“. Sie werden damit als Lebensmittel mit einer guten Nährwertqualität eingestuft, betont Danone. Seit der Markteinführung von Fruchtzwergen vor über 35 Jahren habe man den Zuckergehalt um 37 Prozent und den Fettgehalt um 68 Prozent reduziert.

Nach den „Fruchtzwergen“ plant Danone, den Nutri-Score im Laufe des Jahres auf weiteren Milchfrischeprodukten einzuführen. So soll der Pudding Dany ab März mit der Kennzeichnung versehen werden, Activia ab April und Actimel ab September. Bis Ende 2019 sollen dann fast 90 Prozent aller Danone-Milchprodukte den Nutri-Score auf der Packung tragen.

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