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Wirtschaft - 4 Tagen ago

SAP fördert Start-ups von Frauen

Ein neues Accelerator-Programm für Gründerinnen startet in Berlin.

Berliner Büro von SAP an der Rosenthaler Str. in Berlin-Mitte.

Im Kino Babylon findet am Mittwochabend eine besondere Vorführung statt. Zehn Start-ups stellen ihre Geschäftsidee und den Stand der Entwicklung vor. Weview beispielsweise will zum „Youtube für Produktbewertungen“ werden. Die Berliner bieten eine Plattform auf der Nutzer Videos mit ihren Einschätzungen zu gekauften Produkten veröffentlichen können und stellen sie auch Unternehmen zur Verfügung. Andere Jungunternehmen aus Irland, der Ukraine, Südafrika oder Indien unterstützen Unternehmen, mithilfe von maschinellem Lernen Daten zu analysieren oder bestimmte Prozesse zu automatisieren.

Unterstützt wurden sie dabei über ein Vierteljahr im Programm „SAP.io Foundry“, einem Accelerator-Programm des Softwarekonzerns und seines US-Partners Techstars. Gestern fand im Babylon der sogenannte Demoday statt, bei dem die Ergebnisse vorgestellt wurden. 2017 hatte SAP das Start-up-Förderprogramm in Berlin gestartet, nun geht es in die nächste Runde.

Während SAP bislang Gründer mit einem Fokus auf Technologien wie Künstliche Intelligenz gesucht hat, sollen in der nächsten Runde explizit Start-ups gefördert werden, die von Frauen gegründet wurden. „Frauen sind in Start-ups und bei der Finanzierung deutlich unterrepräsentiert“, sagt SAP-Strategiechef Deepak Krishnamurthy. „Sie haben auch oft schlechteren Zugang zu Mentoren oder Wagniskapital, solche Barrieren wollen wir eliminieren.“

Das bestätigt auch der gerade veröffentlichte Jahresbericht zur europäischen Tech-Industrie des Wagniskapitalgebers Atomico: Demnach sind 93 Prozent der Investitionen an Firmen geflossen, deren Gründer-Teams nur aus Männern bestehen. Auch der Deutsche Startup Monitor spiegelt den Mangel an Gründerinnen in Deutschland: Der Anteil steigt zwar seit einigen Jahren leicht an, beträgt aber trotzdem nur 15 Prozent.


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Doch es geht SAP nicht nur darum, etwas gegen dieses Ungleichgewicht an sich zu tun. „Die Förderung ist auch geschäftlich sinnvoll“, sagt Krishnamurthy. Schließlich würden Studien zeigen, dass von Frauen geführte Start-ups erfolgreicher seien und beispielsweise die Investition in Gründerinnen zu zehn Prozent besseren Exits führe. In San Francisco und New York hat SAP bereits spezielle Frauen-Programme durchgeführt, in Berlin startet es im März. Bewerben können sich Start-ups, die sich an Geschäftskunden richten und cloudbasierte Produkte anbieten. „Sie sollten schon erste Kunden haben und Ideen, wie sie mit SAP zusammenarbeiten können“, sagt Alexa Gorman, die das Programm in Europa leitet. Auch aktuell sei die Quote gut: Bei immerhin einem Viertel der Start-ups waren Frauen im Gründungsteam – auch Weview hat eine Chefin.

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