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Wirtschaft - 11.07.2019

Tschechischer Milliardär legt Übernahmeangebot vor

Für 16 Euro pro Stammaktie will Kretinsky mindestens 67,5 Prozent des Handelsunternehmens kaufen. Der Metro-Vorstand hält das für zu wenig.

Metro könnte bald in tschechischer Hand sein.

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky hat sein Angebot für die geplante Übernahme des Handelskonzerns Metro vorgelegt. Demnach bietet der Unternehmer den Aktionären pro Stammaktie einen Preis von 16 Euro, pro Vorzugsaktie 13,80 Euro. „Das Angebot ist eine einmalige Gelegenheit für Metro-Aktionäre, den attraktiven Wert ihrer Aktien sofort zu realisieren, ohne die Risiken der zukünftigen Entwicklung […] zu tragen“, heißt es in der Mitteilung.

Das Angebot gilt jedoch nur, wenn Kretinsky damit 67, 5 Prozent der Metro erhält. Dies sei ausreichend, um nach Vollzug des Angebots die Zustimmung zu einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit dem Düsseldorfer Konzern sicherzustellen. „Wir meinen, dass Metro von einer klaren Aktionärs- und Governance-Struktur profitieren wird und so den Herausforderungen der Digitalisierung, Konsolidierung und steigenden Kundenansprüchen besser begegnen kann“, kommentierte Kretinsky sein Angebot.


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Beim Management von Metro löste die Nachricht keine Jubelstürme aus. Vorstand und Aufsichtsrat nähmen das Angebot zur Kenntnis, hieß es in einer Mitteilung lediglich. Die Gremien würden die Angebotsunterlagen gemäß ihrer rechtlichen Verpflichtung sorgfältig prüfen. Auf seiner Internetseite veröffentlichte der Konzern allerdings Informationen für seine Aktionäre, in denen man deutlich härter mit dem Angebot von Kretinsky ins Gericht geht.

Man sei überzeugt davon, dass das Unternehmen damit „erheblich unterbewertet“ sei. Kretinskys Beteiligungsgesellschaft habe Metro „Minuten vor Ankündigung des Angebots informiert, aber hatte das Angebot davor weder mit dem Metro-Management besprochen, noch abgestimmt oder koordiniert“, heißt es dort weiter. Überhaupt habe man Kretinsky seit August 2018 „nur weniger Male“ getroffen. In den Gespräche sei es nur um öffentlich zugängliche Informationen gegangen.

Die Annahmefrist für Kretinskys Offerte ist der 7. August. Das Angebot entspricht einem Eigenkapitalwert für alle Aktien von rund 5,8 Milliarden Euro. Metro bereite eine begründete Stellungnahme zu dem Angebot vor. Auch die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hatte einen Preis von 16 Euro je Aktie Ende Juni als zu niedrig bewertet. Sie riet Aktionären damals nicht unter 20 Euro zu verkaufen.

Kretinsky hatte über seine Beteiligungsgesellschaft EP Global Commerce im vergangenen August 7,3 Prozent der Metro erworben, mittlerweile hält er nach eigenen Angaben bereits 32,72 Prozent des im M-Dax gelisteten Konzerns. Metro steckt seit Jahren in Schwierigkeiten. Nachdem man sich bereits 2016 von Kaufhof und ein Jahr später von Media Markt und Saturn getrennt hatte, steht nun auch die Supermarktkette Real zum Verkauf. Dem Vernehmen nach ist Kretinsky nicht zufrieden mit dem bisherigen Verkaufsprozess. Metro will sich laut dem Vorstandsvorsitzenden Olaf Koch künftig nur noch auf den Großhandel konzentrieren.

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