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Wirtschaft - 20.06.2019

US-Notenbankchef Powell bereit zu Zinssenkungen

Die US-Notenbank Fed lässt den Leitzins unverändert – und ignoriert Forderungen von Donald Trump. Eine Zinssenkung in der zweiten Jahreshälfte ist möglich.

Jerome Powell, Chef der US-Notenbank Fed.

Angesichts des Zollstreits und unsicherer Konjunkturaussichten hält die US-Notenbank Fed die Tür für eine baldige Zinswende offen. Sie beließ den geldpolitischen Schlüsselsatz am Mittwoch zwar in der Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent und ignorierte damit Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach einer Senkung. Zugleich ist inzwischen aber fast die Hälfte der Währungshüter der Ansicht, dass in der zweiten Jahreshälfte niedrigere Zinsen angemessen sein dürften. An den Märkten wird nun bereits für Juli mit einer Kappung des Leitzins gerechnet.

Der wirtschaftliche Gegenwind habe zuletzt zugenommen, sagte US-Notenbankpräsident Jerome Powell am Mittwoch nach der Zinsentscheidung der Fed. Er verwies auf die Unsicherheit durch die Handelskonflikte und das nachlassende Weltwirtschaftswachstum.


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Es sei aber wichtig, dass die Notenbank auf jüngste Konjunkturdaten nicht überreagiere, sagte Powell. Man wolle zunächst noch weitere Daten abwarten. Er versicherte, dass die Fed vorbereitet sei, um das Wirtschaftswachstum zu stützen.

Der Chef des Fed-Bezirks St. Louis, James Bullard, drang auf eine sofortige Senkung, wurde jedoch überstimmt. Auch im Mittel blieb das Führungspersonal der Fed bei der Prognose, dass das Zins-Niveau so bleiben könnte. Im Begleittext zu der geldpolitischen Entscheidung strich die Fed das Schlüsselwort „geduldig“ mit Blick auf den weiteren geldpolitischen Kurs, das bislang eine anhaltende Zinspause signalisiert hatte. Fed-Chef Powell hatte jüngst eine „angemessene Reaktion“ auf konjunkturelle Auswirkungen des internationalen Handelsstreits in Aussicht gestellt und damit die Tür für Zinssenkungen aufgestoßen.

Trump will niedrigere Zinsen

Voriges Jahr hat die Fed wegen der brummenden Wirtschaft den geldpolitischen Schlüsselsatz vier Mal angehoben – zuletzt im Dezember. „Die Fed hat dem Druck widerstanden, die Zinsen zu senken. Damit hält sie sich alle Optionen für das Juli-Treffen offen, und somit weitere Wirtschaftsdaten sowie den Verlauf des G20-Gipfels in Japan abzuwarten“, meint Ökonom Andrew Harman vom Vermögensverwalter First State Investments. Powell dürfte auf die jüngsten Kommentare von US-Präsident Trump angesprochen werden. Dieser hält das Zinsniveau für „viel zu hoch“. Die Währungshüter hätten zudem „keine Ahnung“, twitterte er jüngst.

Im Rahmen des Gipfels der Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industriestaaten und Schwellenländer (G20) Ende Juni ist ein Treffen zwischen Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping geplant. Der Konflikt zwischen den Wirtschaftsmächten lastet auf der globalen Konjunktur und den Finanzmärkten. Beide Länder haben sich gegenseitig mit hohen Strafzöllen überzogen. (Reuters)

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