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Sport - 1 Woche ago

Brady Ellison ist Weltmeister und Ruhepol

Für Weltmeister Ellison ist der Weltcup der Bogenschützen in Berlin eine wichtige Etappe zum großen Ziel. Er will es nicht wieder knapp verpassen.

Die Scheibe im Blick: Brady Ellison ist einer der besten seiner Zunft.

Brady Ellison ist anders als die meisten Bogenschützen. „Bei schwierigen Wetterverhältnissen sind viele schlecht gelaunt“, sagt der US-Amerikaner. Und weil der Wind in diesen Tagen den Athleten beim Berliner Weltcup im Bogenschießen zu schaffen macht, schauen einige auf dem Maifeld etwas zerknirscht. Aber nicht Ellison. Der 30-Jährige strahlt vor sich hin. „Ich versuche immer, Spaß zu haben“, sagt er.

Diese Taktik funktioniert auch in Berlin. Schließlich will Ellison unbedingt die Finalwettkämpfe des Weltcups am Wochenende am Anhalter Bahnhof erreichen. „Ich liebe es, hier vor dieser Kulisse zu schießen, und natürlich möchte ich dann auch im Finale stehen und gewinnen“, betont er.

Ellison ist derzeit der beste Bogenschütze der Welt. Im vergangenen Monat wurde er Weltmeister, außerdem führt er die Weltrangliste an. Er zeigt mit seinen Erfolgen, dass auch die sonst dominierenden Südkoreaner schlagbar sind. Und das könnte er auch weiterhin schaffen, glaubt Martin Frederick. Der deutsche Trainer der starken Mannschaft aus Bangladesch sagt: „Brady Ellison bringt sehr viel Wettkampferfahrung mit. Und Bogenschießen ist eine Sportart, bei der die Erfahrung eine große Rolle spielt. So weiß er etwa genau, wie er mit dem Wind umzugehen hat, er lässt sich da nicht aus der Ruhe bringen.“

Aufgewachsen in Glendale, Arizona kam Ellison durch seine Eltern zum Bogenschießen. Beide sind Bogenjäger – was in den USA nichts Außergewöhnliches ist. „Ich liebe, es mich mit anderen zu duellieren und einfach nur zu schießen“, sagt Ellison. „Bogenschießen ist ein mentaler Sport, der viel Disziplin erfordert. Es geht nur um mich und den Bogen. Niemand kann mich schlagen, außer ich mich selbst. Und das ist es, was ich wirklich mag.“

Mehr Preisgeld, mehr Fans

Millionen von Menschen seien in seinem Heimatland Bogenjäger, erzählt er. Aber die Beliebtheit der Sportart wächst nur sehr langsam, obwohl der Weltverband im Bogenschießen aus Ellisons Sicht gute Arbeit leistet. Schließlich werden die Wettkämpfe nun auch live auf dem Olympia-Sender ausgestrahlt. „Es wird sich bemüht, die Show im Bogenschießen zu verbessern und für die Zuschauer attraktiver zu gestalten. Aber das Marketing müsste noch professioneller werden“, sagt Ellison, der mit der slowenischen Bogenschützin Toja Ellison verheiratet ist. „Außerdem besteht nach wie vor das Problem, dass sich viele Menschen für unseren Sport nicht interessieren. Das hängt mit den Preisgeldern im Bogenschießen zusammen.“

Durch seine Erfolge kann Ellison vom Bogenschießen zwar leben. Aus seiner Sicht verdienen die Profischützen aber nicht genug Geld. „In den USA ziehen die Preisgelder die Zuschauermassen an. Die Menschen möchten einen Sport sehen, bei dem man hohe Siegesprämien abräumen kann.“

Seit 2006 ist Ellison bei internationalen Wettkämpfen dabei. Hoch dekoriert ist er mit Medaillen bei Olympischen Spielen: Silber gewann er mit der Mannschaft (2012, 2016) und Bronze im Einzel (2016). Bei den nächsten Olympischen Spielen 2020 in Tokio soll es für ihn auch mit der Goldmedaille klappen. „Ich will diese Medaille unbedingt“, sagt Ellison – und strahlt.

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