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Sport - 14.07.2019

Die Mutter aller Niederlagen

Schon nach dem ersten Viertel liegt Südkorea gegen Ungarn 0:16 hinten. Im Schnitt machen die Ungarinnen zwei Tore pro Minute.

Fast jeder Versuch war ein Treffer für Ungarn gegen Südkorea.

Seit Kurzem ist der sportliche Wettbewerb ein bisschen in Verruf geraten. Manche Fußballvereine zählen in ihren Kinderabteilungen keine Tore mehr. Die Idee, die dahintersteckt: Das Spiel soll vor allem Spaß machen und keine Gewinner oder Verlierer produzieren. Und laut einer jüngst veröffentlichten Studie ist das altehrwürdige Völkerballspiel „entmenschlichend“, gleichzusetzen „mit legalisiertem Mobbing“.

Ganz sicher vorbeigegangen ist diese Diskussion an den Wasserballerinnen Ungarns. Bei den Weltmeisterschaften in Gwangju deklassierten sie – nein: demütigten sie – immer noch nicht: verprügelten sie die Gastgeberinnen aus Südkorea mit 64:0 (16:0, 18:0, 16:0, 14:0). In Worten: Vierundsechzig zu null. Es ist so etwas wie die Mutter aller Niederlagen im Sport. Ein Wasserballspiel dauert vier mal acht Minuten. Das macht nach Adam Riese zwei Gegentore pro Minute, die sich die Südkoreanerinnen einfingen.

Nun könnte angesichts des frappierenden Leistungsgefälles im Frauen-Wasserball (erst einige Stunden zuvor hatten die Niederlande Südafrika mit 33:0 besiegt) der Wettbewerb als Ganzes überprüft werden. Vielmehr drängt sich aber die Frage auf, was um Himmels Willen die Ungarinnen nach dem ersten Viertel – es stand 16:0 – angetrieben hat, den Ball immer und immer wieder in das Tor der Südkoreanerinnen zu werfen, als stünde alles auf des Messers Schneide. Darüber kann nur spekuliert werden. Entweder handelt es sich bei der ungarischen Wasserballnationalmannschaft um wahrhaft inhumane Wesen oder – was wahrscheinlicher ist – sie hatten schlicht Bock auf Ballern.

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