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Sport - 16.03.2019

Schädliche Führung

Die Berliner unterliegen ihrem Angstgegner 1:2, ein Rückschlag im Aufstiegsrennen. Ihre zwischenzeitliche Führung tat dem Spiel nicht gut.

Augen zu und durch. Manuel Schmiedebach (rechts, hier gegen Sebastian Griesbeck) ging mit Union im Heidenheimer Regen leer aus.

Wirklich wohl fühlt sich der 1. FC Union in Heidenheim traditionell nicht. Von fünf Pflichtspielen auf der Ostalb hatten die Berliner bis Freitag erst eins gewonnen. Im Oktober 2015 war das: RB Leipzig spielte noch in der Zweiten Liga, der Karlsruher SC ebenfalls und bei Union saß Sascha Lewandowski auf der Trainerbank. Lang ist’s her.

Auch am Freitagabend war es für die Berliner Fußballer in Heidenheim sehr unangenehm. Es regnete durchgängig, der Rasen war aufgeweicht und es wehte ein kräftiger Wind durchs Stadion. Das Ergebnis passte aus Unions Sicht zum Wetter. Beim 1. FC Heidenheim verspielten die Berliner eine Führung durch Robert Zulj und verloren 1:2 (1:0). Damit muss die Mannschaft von Urs Fischer im Kampf um den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga einen Rückschlag hinnehmen.

Unions Schweizer Trainer musste auf den gesperrten Grischa Prömel und dessen möglichen Vertreter Nicolai Rapp verzichten. Dafür rückte Robert Zulj in die Startformation. Zudem ersetzte Ken Reichel auf der Linksverteidigerposition Christopher Lenz und Marcel Hartel auf der offensiven Außenbahn den zuletzt angeschlagenen Carlos Mané.

Es war jedoch das Team von Frank Schmidt, das besser ins Spiel fand. Nach einem Berliner Ballverlust schaltete Heidenheim schnell um und nach einem Pass von Marc Schnatterer scheiterte Denis Thomalla freistehend am starken Rafal Gikiewicz.

Die frühe Chance der Gastgeber animierte die Berliner, die nun mehr nach vorne taten. Zulj kam nach einer Kopfballablage von Sebastian Andersson im Strafraum zum Abschluss, sein Schuss wurde jedoch geblockt. Kurz darauf versuchte es Reichel nach einer abgewehrten Ecke aus der Distanz, verfehlte das Tor aber deutlich.

Zulj nutzt einen Torwartfehler

Union war nun präsent und setzte vor allem über die rechte Seite Akzente – wie beim Führungstor. Nach Pass von Andersson hielt Akaki Gogia aus halbrechter Position einfach mal drauf und provozierte damit einen schweren Fehler von Kevin Müller. Heidenheims Torwart ließ den zentralen Schuss nach vorne abprallen, wo Zulj am schnellsten reagierte.

Dem Spiel tat das 1:0 nicht gut. Heidenheim hatte mehr Ballbesitz und versuchte es konstruktiv mit flachen Bällen, fand damit aber erst mal keine Lücken in Unions Hintermannschaft. Erst kurz vor der Pause spielte Glatzel am Strafraum Nikola Dovedan frei, erneut reagierte Gikiewicz allerdings gut. Ein Schlenzer von Gogia knapp neben den linken Pfosten war die letzte nennenswerte Aktion der ersten Hälfte und die Berliner konnten durchaus zufrieden sein mit dem bisherigen Spielverlauf.

Das änderte sich nach dem Seitenwechsel. Heidenheim kam mit viel Schwung aus der Kabine und glich schon nach etwas mehr als zwei Minuten aus. Bei einer Ecke von Schnatterer sahen Gikiewicz, der auf der Linie stehen blieb, und Marvin Friedrich, der das Kopfballduell gegen Glatzel verlor, nicht gut aus, und schon stand es 1:1.

Union versuchte zu reagieren, doch Heidenheim schlug schnell ein weiteres Mal zu. Eine Flanke wehrte die Berliner Abwehr vor die Füße von Schnatterer ab und das Heidenheimer Urgestein schlenzte den Ball mit links gekonnt in die linke untere Ecke. „Die 15 Minuten nach der Pause waren der Hauptpunkt für die Niederlage. Das tut weh, denn ansonsten hat meine Mannschaft ein gutes Spiel gemacht“, sagte Fischer.

Der Trainer brachte nun Mané für Gogia und Suleiman Abdullahi für Hartel. Die zwei schnellen Joker sowie Zulj und Andersson hatten gute Möglichkeiten auf das 2:2, doch ein später Ausgleich wie im Hinspiel, als Torwart Gikiewicz in der Nachspielzeit traf, war Union im Heidenheimer Regen nicht vergönnt. (Tsp)

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