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Sport - 2 Wochen ago

Wie eine Bombe die NBA verändern könnte

In der NBA schließt am Donnerstag das Transferfenster, die Liga könnte danach eine andere sein. Das liegt vor allem an Anthony Davis.

Gefragter Mann. Am Tag der NBA-Trading-Deadline richten sich alle Augen auf Anthony Davis.

Das Platzen einer Bombe bedeutet eigentlich nie etwas Gutes. In der NBA-Welt hat der Sprengkörper aber eine ganz eigene Bedeutung. Zumindest, wenn er mit dem vorgeschobenen Zusatz „Woj“ in Verbindung gebracht wird. Dahinter steckt der Journalist Adrian Wojnarowski, der sich, lange bei „Yahoo“ und mittlerweile bei „ESPN“, einen Namen durch das Vermelden von Spielerwechseln gemacht hat. In 99,9 Prozent der Fälle werden die Deals, die Wojnarowski auf Basis eigener Informationen über Twitter vermeldet, wenig später auch genau so von den Teams bestätigt. Bei NBA-Fans haben sowohl der Journalist als auch die Begrifflichkeit längst Kultstatus erreicht.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag platzte eine weitere „Woj-Bomb“, das aber zu einem fragwürdigen Zeitpunkt. Wojnarowski vermeldete, dass die Dallas Mavericks ihren Flügelspieler Harrison Barnes an die Sacramento Kings abgegeben haben. Im Gegenzug wechseln der junge Justin Jackson und der mit 37 Jahren mittlerweile ältere Zach Randolph zu den Mavericks. Diese Nachricht schlug ein, während Barnes selbst noch für die Mavericks gegen die Charlotte Hornets auf dem Parkett stand. Der Spieler wusste von all dem nichts. Bis er kurz darauf von seinem Team informiert wurde. Barnes blieb trotzdem bis zum Ende des Spiels auf der Mavericks-Bank sitzen, dessen Teil er da schon eigentlich nicht mehr war, und feuerte seine Mitspieler an. Ein bizarres Bild.

Die Nachrichten von Wojnarowski versetzen die NBA derzeit aber auch rein sportlich in Wallung. Am heutigen Donnerstag schließt nämlich das Transferfenster für die Teams, sie können nur noch bis 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit Spieler tauschen. Am morgigen Freitag könnte das Machtgefüge innerhalb der Liga deshalb auch schon ein ganz anderes sein. Das liegt vor allem an Anthony Davis.

Anthony Davis kann die NBA verändern

Der Star der New Orleans Pelicans sorgte vor rund anderthalb Wochen für Aufsehen, als er über seinen Berater einen Trade, also einen Spielertausch, zu einem besseren Team fordern lies. Dafür wurde Davis von der Liga mit einer Strafzahlung von 50 000 Dollar bedacht. Das Fordern eines Wechsels, solange ein Spieler bei einem Team unter Vertrag steht, ist den Profis strengstens untersagt. Auf Grund des aktuellen Jahresgehalts von rund 25 Millionen Dollar wird die Strafe Davis nicht allzu sehr stören. Denn der 2,08-Meter-Mann möchte nach nun sechseinhalb erfolglosen Jahren in New Orleans endlich um den Titel mitspielen.

Das könnte er in Los Angeles bei den Lakers. Die würden Davis nur allzu gerne an die Seite von Superstar LeBron James stellen. Im Gegenzug hätten die Lakers, so berichtet es Wojnarowski, sechs Spieler und mehrere Draftpicks, also Wahlrechte bei der alljährlichen Talentewahl, geboten. Ein monströses Angebot, aber auch eines, das nachvollziehbar ist. In den letzten 20 Jahren, da sind sich die Experten einig, gab es keinen Spieler auf dem Trade-Markt, der so gut war wie Anthony Davis. Eine Einigung haben die Teams aber noch nicht erzählt, New Orleans zeigt sich engstirnig.

Das Schicksal des Harrison Barnes wird vorerst ein einmaliges bleiben

Auch abseits eines möglichen Davis-Trades steht die Liga unter Strom. Die Memphis Grizzlies haben ihre beiden langjährigen Star-Spieler Mike Conley und Marc Gasol mehreren Teams angeboten. Am Mittwoch angelten sich die Philadelphia 76ers Tobias Harris von den Los Angeles Clippers per Spielertausch. In den Augen vieler Experten hätte Harris für das prestigeträchtige All-Star-Game eingeladen werden müssen, so eine starke Saison spielt er. In Philadelphia trifft er mit Ben Simmons, Joel Embiid und Jimmy Butler auf drei weitere All-Star-Kaliber. Von einer neuen „Big Four“ ist die Rede, die den Golden State Warriors, dem amtierenden Meister, Paroli bieten könnte.
Es ist durchaus realistisch, dass weitere „Woj-Bombs“ die NBA am Donnerstag weiter nachhaltig verändern. Das Schicksal des Harrison Barnes wird aber vorerst ein einmaliges bleiben. Denn wenn die Teams in der Nacht von Donnerstag auf Freitag spielen, ist das Transferfenster bereits zu.

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