Home Technik Starkes Display, gute Kamera: Nokia 7.1 kann viel und kostet wenig
Technik - 20.10.2018

Starkes Display, gute Kamera: Nokia 7.1 kann viel und kostet wenig

Das Nokia 7.1 hat einen Rücken aus Glas.

Von Johannes Wallat


Das Nokia 7.1 ist ein typisches 300-Euro-Smartphone, das alles hat, was man braucht. In manchen Punkten hinkt es der Konkurrenz zwar leicht hinterher, doch es hat auch starke Pro-Argumente zu bieten.

Mit dem Nokia 7 Plus haben die Finnen im vergangenen Jahr einen Volltreffer gelandet. Gute Performance, starke Kamera, eigenwilliges Design und ein günstiger Preis machten das Gerät für manche zu einem der gelungensten Smartphones des Jahres. Mit dem Nokia 7.1 ist jetzt der Quasi-Nachfolger da. Kann es ähnlich überzeugen?

Mehr Durchschnitts-Design

Das Design des 7.1 ist etwas konventioneller als beim Vorgänger, man könnte auch sagen: durchschnittlicher. Das ist aber nicht schlimm, vor allem weil das Gerät etwas kompakter ist und damit auch in eine durchschnittliche Hosentasche passt. Nokia setzt auf ein Glasgehäuse mit einem Rahmen aus Metall, der recht kantig ist. Die Dual-Kamera sitzt, anders als bei den meisten aktuellen Konkurrenten, in der Mitte. Das HDR10-fähige Display nimmt einen großen Teil der Front ein, Nokia folgt hier dem Gebot der Stunde und setzt auf die obligatorische Notch, um Frontkamera, Telefonlautsprecher und Sensoren unterzubringen.

Größe, Design und Ausstattung entsprechen so ziemlich exakt dem, was derzeit für Mittelklasse-Smartphones in der 300-Euro-Liga angesagt ist. Ein Blick rüber zum Motorola One zeigt das deutlich: Beide Smartphones kosten fast gleich viel, sind fast gleich groß und ähneln sich auch sonst stark. Auch das Nokia 7.1 hat eine Dual-Kamera und den Fingerabdruck-Scanner auf der Rückseite, und wie Motorola nimmt Nokia am Android-One-Programm teil. Die Software auf dem 7.1 ist also pures Android, das Nokia nur mit ein paar Extras gewürzt hat.

Details machen den Unterschied

Bei aller Gleichheit im Android-One-Programm sind es die kleinen Unterschiede, die zählen. Zum Beispiel das HDR-Display, das Nicht-HDR-Inhalte in Echtzeit umwandeln kann. Oder die Kamera: Das Nokia 7 Plus lieferte für ein Smartphone seiner Preisklasse überraschend gute Ergebnisse. Dynamikumfang, Belichtung und Farbtreue der Fotos sind top, der Unschärfeeffekt im Bokeh-Modus sieht ansprechend aus und die Berechnung von Vorder- und Hintergrund ist treffsicher. Die Kamera reagiert zudem zackig und der Fokus sitzt.

Das Display des Nokia 7.1 kann HDR10.

Auch die Frontkamera macht gute Fotos, der Porträtmodus arbeitet auch hier ansehnlich. In der App hat sich aber ein kleiner Fehler eingeschlichen, er heißt hier nämlich "Hochformat". Kleine Kritikpunkte gibt's aber auch: Etwas flotter könnte es beim vertikalen Wischen durch die Aufnahme-Modi zugehen, und dass es zwar eine HDR-Automatik gibt, man die Funktion aber nicht per Schaltfläche einfach ein- und ausschalten kann, ist lästig.

Mit der guten Kamera hat Nokia einen wichtigen Punkt auf seiner Seite, denn natürlich muss es sich den direkten Vergleich mit der Android-One-Konkurrenz gefallen lassen. Es kostet rund 40 Euro mehr als das Motorola One. Ist der Aufpreis gerechtfertigt? Die Kamera ist ein gutes Argument dafür. Auch der Prozessor ist leistungsstärker als der Chip im Motorola One. Der Unterschied ist gering, im Test wirkt das Nokia aber mitunter etwas antrittsfreudiger – das kann aber auch ein subjektiver Eindruck sein.

Gute Argumente

Für das Motorola sprechen der größere Arbeitsspeicher (RAM) und der doppelt so große interne Speicher. Während man die RAM-Differenz im Alltag kaum bemerkt, ist es schon schade, dass das Nokia 7.1 nur 32 Gigabyte (GB) Speicher hat. Man kann ihn zwar per microSD erweitern, doch im Vergleich etwa zum gut 50 Euro günstigeren Honor 8X mit seinem mächtigen 128-GB-Speicher steht das Nokia 7.1 eher schlecht da. Auf Nokias Website wird zwar auch eine 4/64-GB-Variante genannt, die kann man in Deutschland aber offenbar nicht bestellen.

Ein schlechtes Smartphone ist es dadurch aber noch lange nicht. Im Gegenteil: Während es Nokia-Mutter HMD Global bisher nicht geschafft hat, in der Oberklasse so richtig abzuliefern, erweisen sich die Finnen als echte Mittelklasse-Profis. Das Nokia 7.1 ist eines der besten Smartphones in der 300-Euro-Klasse, die man derzeit kaufen kann.

Die größte Stärke des Nokia-Handys im Vergleich zum Honor 8X ist die Update-Sicherheit für mehrere Jahre und über mehrere Android-Versionen. Im Vergleich zum Motorola One sprechen für das Nokia 7.1 seine bessere Kamera und der etwas schnellere Prozessor. Und ein tieferer Blick ins Datenblatt zeigt: Das Nokia-Handy hat auch den deutlich besseren Bildschirm, schnelleres WLAN und LTE sowie den moderneren Bluetooth-Standard. Welches Smartphone der aktuelle Mittelklasse-Star ist, ist also nicht nur ein Frage der persönlichen Präferenzen. Das Nokia 7.1 hat viele gut Argumente auf seiner Seite.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Check Also

Jens Spahn reist in den Kosovo, um Pflegekräfte anzuwerben

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): Im Kosovo und in Albanien sei die Pflegeausbildung b…