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Wirtschaft - 06.07.2019

Deutsche Top-Firmen fallen deutlich zurück

Nur SAP und Allianz zählen laut einer aktuellen Studie noch zu den Top 100 der Welt. Die US-Techkonzerne liegen nahezu uneinholbar vorne.

Der Softwarekonzern SAP ist Deutschlands wertvollstes Unternehmen.

Deutsche Konzerne fallen im Ranking der weltweit wertvollsten Unternehmen immer weiter zurück. Mit SAP und der Allianz stehen aktuell nur noch zwei Konzerne unter den besten 100 – die Walldorfer Software-Schmiede auf Platz 52, der Versicherungskonzern auf 98. Ende 2018 zählte auch noch Siemens zur Top 100, Ende Juni schafften es die Münchner nach Rang 94 im vergangenen Jahr nur noch auf Platz 107.

Ganz oben rangieren mit Microsoft, Amazon, Apple, Alphabet, Facebook und Berkshire Hathaway gleich sechs US-Konzerne. Dahinter folgen mit Alibaba und Tencent die beiden wertvollsten chinesischen Unternehmen. Diese Daten zeigt eine am Freitag vorgelegte Analyse der Unternehmensberatung EY.


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„Mit digitalen Geschäftsmodellen haben vor allem US-amerikanische Unternehmen den Nerv der Zeit getroffen“, sagt EY-Deutschland-Chef Hubert Barth. „Mit ihren Dienstleistungen und Produkten revolutionieren sie ganze Branchen und erzielen enorme Gewinne.“

Dagegen seien viele Konzerne in Deutschland und in Europa noch auf der Suche nach einem überzeugenden Geschäftsmodell. In einigen Bereichen, so Barth, lägen bereits jetzt Unternehmen aus den USA und China nahezu uneinholbar vorne. Trotzdem schreibt er deutsche Firmen nicht ab. „Gelingt es, den deutschen Erfindergeist mit den digitalen Möglichkeiten zu verbinden, können auch künftig Unternehmen aus Deutschland in vielen Branchen ganz vorne mitmischen.“

Deutschland fällt trotz Zugewinnen zurück

Aktuell zählen neben SAP mit einer Börsenbewertung von umgerechnet rund 161 Milliarden Dollar und Allianz (rund 100 Milliarden) Siemens (Rang 107/93 Milliarden), VW (120/85,5 Milliarden), Telekom (125/82 Milliarden), BASF (163/66 Milliarden), Bayer (168/65 Milliarden), Adidas (186/60 Milliarden), Daimler (192/59 Milliarden), BMW (254/48 Milliarden) und Merck (273/46 Milliarden) zumindest zu den 300 globalen Top-Konzernen.

Allerdings sind bis auf Adidas alle im Vergleich zu Ende 2018 zurückgefallen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Marktwert der deutschen Unternehmen seit Ende 2018 um im Schnitt 28 Prozent gestiegen ist.

Wertvollstes Unternehmen war der Analyse zufolge Ende Juni Microsoft mit mehr als einer Billion Dollar. Amazon kam auf 938, Apple auf 919 Milliarden Dollar. Generell setzen die fünf Top-Unternehmen auf das Internet und digitale Geschäftsmodelle. Ein traditionelles Industrieunternehmen findet sich mit dem Konsumgüter- und Pharmahersteller Johnson&Johnson erst auf Rang zehn.

Auch Asien schlägt Europa – zumindest beim Geld

Allein acht der zehn und 58 der 100 größten Unternehmen kommen aus den USA. „Nordamerika untermauert damit seinen Anspruch als Zentrum der Weltwirtschaft“, sagt Barth. In Europa haben 21 der 100 Top-Firmen ihren Sitz, mit dem Schweizer Nahrungsmittel-Konzern Nestlé bei einem Marktwert von 298 Milliarden Dollar auf Platz 14 an der Spitze. Aus Asien stammen 20 der 100 globalen Top-Firmen. Allerdings haben sie wertmäßig die Europäer schon überholt. Asiatische Konzerne kommen auf knapp vier Milliarden Dollar, die 21 Konzerne aus Europa nur auf 3,3 Milliarden.

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