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Sport - 4 Wochen ago

DEB-Team mit Rückenwind gegen Tschechien

Die deutsche Eishockey-Revolution hat schon vor Jahren begonnen. Olympia war eine Überraschung, im WM-Viertelfinale ist das DEB-Team auf Augenhöhe.

Tolles Finish. Auch dank Dominik Kahun geht es fürs DEB-Team gegen Tschechien im Viertelfinale.

Wenn es international um das deutsche Eishockey geht, ist traditionell von „Überraschungen“ die Rede, wenn es dann mal einen Erfolg gegen die international Größten in dieser Sportart gibt. So gesehen hat die Nationalmannschaft nun binnen 15 Monaten wettbewerbsübergreifend ein halbes Dutzend Überraschungen geschafft.

Schweden und Kanada wurden bei den Olympischen Winterspielen 2018 geschlagen, die USA und Russland in Testspielen und Finnland gleich zwei Mal in Folge bei einer Weltmeisterschaft, zuletzt am Dienstag 4:2 beim letzten Vorrundenspiel in der Slowakei. Mit fünf Siegen aus sieben Spielen hat sich das deutsche Team für das Viertelfinale qualifiziert. So souverän wie nie und es ist – keine Überraschung. Die Mannschaft hat eine andere Qualität als sie deutsche Eishockey-Nationalmannschaften in der Vergangenheit hatten.

Am Donnerstag (20.15, live auf Sport 1 und Dazn) treffen die Spieler von Bundestrainer Toni Söderholm im Viertelfinale auf Tschechien. Die Tschechen können in der Arena von Bratislava auf die Unterstützung ihrer Fans setzen, die dort schon in der Vorrunde einen Mordsrabbatz veranstaltet haben. Aber auch das heißt nichts, die Deutschen haben beim Vorrundenspiel in Kosice die Slowaken trotz deren Heimvorteil besiegt. Eine Überraschung kann es am Donnerstagabend nicht geben, beide Mannschaften begegnen sich auf Augenhöhe. Die Tschechen galten weithin wie die Deutschen vor dem Turnier in der Slowakei nicht als ein Favorit auf den Titel.

Die Revolution im deutschen Eishockey hat schon vor ein paar Jahren begonnen und sie ist sicher auch das Produkt besser ausgebildeter Spieler, die zu einem großen Teil im Ausland ihre Künste gelernt haben und nun international zu den besten Spielern gehören. Torwart Philipp Grubauer, Leon Draisaitl und nun auch Dominik Kahun, sind kein Bodenpersonal in der National Hockey-League (NHL), der besten Eishockey-Liga der Welt.

Olympia-Auswahl gespickt mit jungen Talenten

Aber sie sind nur ein Teil einer aufgestellten Mannschaft bestehend aus Spielern aus der erfolgreichen Olympia-Auswahl 2018 und jungen Talenten wie Markus Eisenschmid oder des Verteidiger-Talentes Moritz Seider, der mit 18 Jahren schon Regie im deutschen Spiel führte – bevor er dann nach einem Check eines Slowaken passen musste. Im Viertelfinale gegen Tschechien steht er vor dem Comeback.

Leon Draisaitl sagt, dass das deutsche Eishockey und insbesondere die Nationalmannschaft an einen Punkt gekommen sei, „wo wir uns nicht mehr hinten reinstellen und hoffen, nur sechs Dinger zu fressen“.  Draisaitl hat das Team ins Viertelfinale geschossen, mit seinen entscheidenden Toren bei den Siegen gegen die Slowakei (3:2) und eben Finnland – und es spricht auch für den Kölner, dass er nach leiser Kritik des Bundestrainers an seiner Defensivarbeit noch einmal die Schlagzahl erhöht hat. Die Deutschen spielen bei der WM diszipliniertes, gut strukturiertes und schnelles Eishockey und haben eben mit dem NHL-Superstar Draisaitl einen Mann für die großen, für den Gegner kaum auszurechnenden Momente. Und das macht die Mannschaft so stark.

Rückhalt. Philipp Grubauer ist zurück im deutschen Tor.

Das deutsche Team scheint, ähnlich wie bei den Olympischen Winterspielen 2018 und dem Gewinn der Silbermedaille, im Fluss zu sein. Dabei gab es dieses eine Spiel in der WM-Vorrunde, das einen Knacks hätte geben können. Das gruselige 1:8 gegen Kanada, das Spiel, in dem Söderholms Spieler nach bereits geschaffter Viertelfinalqualifikation nicht bei der Sache waren. Es war am Ende das eine schlechte Spiel unter sieben guten und davon fünf gewonnenen Vorrundenspielen.

Was auch immer jetzt kommt, ein Misserfolg kann diese WM für die Deutschen nicht mehr werden. Die Mannschaft wird sie mit positiver Bilanz abschließen. Aber daran denken sie nicht, die Spieler haben das Ziel Halbfinale ausgelobt. Kapitän Moritz Müller (Köln) sagt: „Wir gehen mit Rückenwind ins Viertelfinale.“ Und Torwart Grubauer, rechtzeitig vor dem wichtigen Spiel wieder fit geworden, sagt: „Wir müssen uns vor niemanden verstecken. Wir sind eine superjunge Mannschaft und haben einen guten Speed, wenn wir den ausspielen, dann sieht es gut aus.“

Ganz ähnlich sieht es auch Toni Söderholm. „Die Jungs haben sich mit konstanten Leistungssteigerungen über das Turnier das Viertelfinale verdient. Wenn wir wieder als kompakte Einheit auftreten wie zuletzt, dann haben wir sicher eine Chance“, sagt der Bundestrainer. Aber „das Wichtigste“, führt er weiter aus, „ist jetzt der Glaube an uns selbst“.

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